III.2.9 Pinnau
III.2.9.1 Tidewasserstände
Die Entwicklung der Wasserstände der Pinnau seit 1985 ist in Abbildung III.2.9.1-1 anhand monatlicher Mittelwerte des Pegels Uetersen und des Sperrwerk-Pegels.
Die Entwicklung des MThw in Uetersen (km 9,51) entspricht im Wesentlichen dem leicht ansteigenden Trend der Tideelbe. Demgegenüber ist beim MTnw eine nur ganz leicht abfallende Tendenz auszumachen. Die Tnw-Spitze im Jahr 2002 resultiert aus dem extremen Oberwasser, verbunden mit starken Niederschlägen im Juli 2002. Die Wasserstandstrends in der Pinnau entsprechen prinzipiell denen der Lühe und Este: Das Thw verhält sich wie das in der Tideelbe, während der Tnw-Trend nicht so stark ausgeprägt ist wie in der Tabelle.
Eine augenfällige Beeinflussung der Wasserstände in der Pinnau durch den letzten Fahrrinnenausbau ist nicht erkennbar.
Abb. III.2.9.1-1: Monatliches MThw und MTnw Pinnau seit 1985
III.2.9.2 Strömungen
Bewertung der Fließgeschwindigkeiten im Längsprofil der Pinnau
Die seit 1998 in der Pinnau im Längsprofil durchgeführten Strömungsmessungen sollen Aufschluss über das Fließverhalten bei unterschiedlichen Tideeinflüssen in einem schmalen, in den Seitenbereichen aufgelandeten trapezförmigen bis dreieckigen Abflussquerschnitt, geben. Hierfür wurden Stromabschnitte mit annähernd parallelem Fließverhalten ausgewählt.
Folgende Messpositionen/Messlotrechte in Strommitte wurden bestimmt:
Pos. 1 Pinnau-km 18,5 im Mündungskanal vor dem Sperrwerk
Pos. 2 Pinnau-km 17,0
Pos. 3 Pinnau-km 14,0
Pos. 4 Pinnau-km 10,1 unterhalb vom Hafen Uetersen
Der Geschwindigkeitsverlauf der einzelnen Halbtiden verhält sich in den einzelnen Messpositionen in Abhängigkeit der veränderlichen Durchflussflächen sehr variabel.
Die Ergebnisse der jährlichen Strömungsmessungen 1998, 2000-2004 in der Pinnau sind auf der beiliegenden CD 7 dokumentiert. Die Messungen (jeweils eine Tide/Jahr an 4 Messorten) zeigen über den gesamten Flussverlauf bis zur Tidegrenze eine homogene Verteilung für die mittleren Flut- und Ebbstromgeschwindigkeiten, wobei die Flutstromgeschwindigkeiten im Oberlauf etwas geringer sind als die der Ebbe. Gleiches gilt nicht für die Maximalgeschwindigkeiten. Hier zeigt sich bis 2003 ein deutliches Gefälle der Geschwindigkeiten bei Flut von der Mündung nach stromauf, während bei Ebbe auch für die Maximalgeschwindigkeiten eine homogene Verteilung besteht. In 2004 ist eine homogene Verteilung auch für die Flutmaxima gegeben. Die Maximalgeschwindigkeiten treten während der Ebbe durchweg am Ende der Halbtide vor Tnw in einem schmalen flächenmäßig reduzierten Abflussquerschnitt auf.
Ausbaubedingte Entwicklungen oder Trends können aus der bisherigen Datengrundlage nicht abgeleitet werden.
III.2.9.3 Topographie
Für die topographischen Vergleiche zwischen dem Sperrwerk bis km 10 wurden Daten der Jahre 1997 bis 2003 herangezogen. Im oberen Verlauf zwischen km 0 bis 10 liegen nur Ergebnisse für 1997 und einzelne Werte für 2003 vor, so dass hier keine Vergleiche möglich sind. Die Ergebnisse sind im Einzelnen auf der beigefügten CD 3A dokumentiert.
Der Vergleich der verschiedenen Jahre zeigt, dass sich die Tiefe der Sohle der Pinnau im Bereich oberhalb des Sperrwerks nicht verändert hat. Auch die Querschnitte lassen keine signifikanten Tendenzen erkennen, die Entwicklungen aufzeigen würden. Ausbaubedingte Wirkungen sind daher nicht gegeben. Die nachfolgende Abbildung III.2.9.3-1 zeigt die Längsschnitte der Pinnau im Vergleichszeitraum. Dabei wurden jeweils die Daten an den tiefsten Stellen der gemessenen Querschnitte verwendet.
Abb. III.2.9.3-1: Längsschnitte verschiedener Jahre in der Pinnau. Datengrundlage ist der jeweils tiefste Wert in den gepeilten Querschnitten.
